Association of volunteer firefighters …

Erstschutz bei Bränden

Feuer und Griechenland ist ein leidiges Thema. Gerade dort, wo spätestens im Frühsommer kein Fleck grünes Gras mehr zu finden ist, steigt die Brandgefahr immens. Ob durch Unachtsamkeit (weggeworfene Zigarettenkippen, unsinnige Lagerfeuer) oder Blitzeinschlag, elektrische Funken und anderes, das kleinste Glimmen kann sich binnen kurzem zu einem riesigen Flächenbrand auswachsen. Besonders brisant wird es dann, wenn die nächste offizielle Feuerwache vergleichsweise fast außer Reichweite ist für den schnellen Soforteinsatz.

Dies trifft uneingeschränkt für die Dörfer an der Südküste der Region wie auch im Asterousia-Gebirge zu. Von Mires aus, der Provinzhauptstadt, sind es immer zwischen 25 und 40 Kilometer, dies teils auf unwegsamen Schotterpisten zurückgelegt werden müssen für die Berufsfeuerwehr. Die Menschen an der Küste unweit von Lentas hat dies bereits 2009 zum Nachdenken gebracht. Eine Freiwillige Feuerwehr zur Erstbekämpfung musste her. Die Anfänge dieser Bewegung, die schnell in dem Verein „Association of Volunteer Firefighters and Environmental Protection, Asterousia“ mündete, birgt eine amüsante Anekdote in sich. Auf Initiative eines Dauertouristen wurde ein funktionsfähiges altes Feuerwehrauto aus Deutschland überführt. Erst dann wurde klar, dass kaum ein Kreter dort unten einen LKW-Führerschein für den Mehrfach-Tonner besaß. Was tun?

Findig, wie die Bewohner allemal sind, ersannen sie eine Konstruktion auf einem PKW-Anhänger. Mit einem 1000-Litertank und einer Hochdruckpumpe ausgerüstet, war mit diesem nun ein zweistündiger Einsatz in der Erstbekämpfung gewährleistet.

  

Durch diverse Aktionen (Autowaschen gegen Entgelt, Spendensammeln und mehr) wurde ein zweites baugleiches Gefährt gebaut. Was indes für den weiträumigen Einsatzbereich immer noch zu viel wenig ist. Das Gebiet erstreckt sich eben über den gesamten Küsten- und Bergbereich und ist vom Verein in bestimmte Distrikte aufgeteilt. Wünschenswert wäre hier eine dezentrale Platzierung weiterer Löschanhänger, die aber eben noch finanziert werden müssen.

Ähnlich sieht es für die gesundheits- und lebensschützende Einsatzkleidung aus. Von den krisengebeutelten offiziellen Stellen ist hier wenig Unterstützung zu erwarten. Die ausreichende Beschaffung ist also sehr mühselig. Wenn man berücksichtigt, mit wieviel Einsatzwillen und Mut die junge Freiwilligentruppe seit ihrem Bestehen bereits mehrmals größere Katastrophen verhindert hat, wiegt dies umso schwerer.

Natürlich ist es allemal sinnvoller, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen. Teils phantasievolle Aktionen zur Aufklärung und Vorsorge gehören daher ebenfalls seit geraumer Zeit zu den Routinetätigkeiten des Vereins. Im Winter, wenn die Situation allerorten etwas entspannter ist, stehen Weiterbildungsmaßnahmen durch die offizielle Feuerwehr auf dem Programm.

Und letztlich hat man sich auch weiteren Aufgabengebieten zugewandt. Umweltschutz im Kleinen, Müllentsorgung, Recycling runden die Tätigkeit des Vereins ab. Dies nicht selten auch bei netten Aktionstagen zusammen mit den vielen Urlaubern an der Küste.