Belletristik und mehr (Fiction and more)

 

(Foto von Nikos Kazantzakis / Autor von Alexis Sorbas)

 

Klaus Modick: Der kretische Gast (Roman)

Kiepenheuer & Witsch

»Wie schon in früheren Büchern gelingt es Klaus Modick auch im neuen Roman Der kretische Gast ein großes Thema leicht zu erzählen. Er fragt nicht nur, wie Schuld entsteht und welche Last sie für die nachfolgenden Generationen bedeutet, sondern macht klar, wie verhängnisvoll es sein kann, sich aus allem raushalten zu wollen. Ein kluges Buch.« (Der Spiegel)

Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren, die sich als Beutegut für Hitlers Germanisches Museum eignen. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas’ schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muss er sich entscheiden, wo er steht.

Arn Strohmeyer: Wenn Zeus Europa nicht entführt hätte: Kreta im Spiegel von Mythos, Geschichte, Politik und Erleben

Balistier, 2017

In der Vermählung von Zeus mit der phönizischen Königstochter Europa auf Kreta findet die mythische Symbiose der Kulturen von Ost und West statt, um etwas ganz Neues hervorzubringen. Die Geschichte von Europa und Zeus ist der Gründungsmythos und die Stiftungslegende für einen ganzen Erdteil.

Um diesen nach der phönizischen Königstochter benannten Erdteil steht es heute nicht zum Besten, Europa befindet sich in einer veritablen Krise. Muss Zeus also noch einmal zur phönizisch-libanesischen Küste aufbrechen, um den Europa-Mythos neu zu begründen? Oder braucht der Kontinent zum Überleben eine völlig neue Erzählung – ohne Stiergott und ohne Prinzessin?

Vor diesem Hintergrund erzählt Arn Strohmeyer in zehn neuen Aufsätzen ebenso informativ wie unterhaltsam von der großen Ferieninsel Kreta im Spiegel von Mythos, Geschichte, Politik und Erleben.

Egbert Scheunemann: Rebellen auf Kreta (Roman)

Books on Demand, 3. Auflage 2017

Der längste politische Freiheitskampf aller Zeiten fand auf Kreta statt. Die Kreter kämpften gegen die Mykener und Dorer, gegen die Araber und Venezianer, gegen die Türken und Ägypter und im Zweiten Weltkrieg gegen die deutschen faschistischen Besatzer – und kretische Rebellen kämpften an vorderster Front gegen die Diktatur der griechischen Obristen 1967-1974. Unbändiger Freiheitswille ist vielen Kretern ebenso eingeschrieben wie ein gesunder Hang zu solidem Alltagschaos.

Ein vergnüglicher Streifzug auch auf manchen Nebenwegen, sehr persönlich verfasst und mit durchaus schrägem Humor.

Nikos Kazantzakis: Alexis Sorbas

Anaconda, 2008

Der Klassiker des kretischen Schriftstellers über Sorbas, den Lebenskünstler und -philosoph zugleich, voll sprudelnder Energie und gedanklicher Tiefe. Mehr noch als im Film erfährt man hier über die Insel und die Mentalität ihrer Bewohner.

David MacNeil Doren: Wind auf Kreta

Efstathiadis Group (wiederaufgelegt 1995)

Der Autor und seine Frau Inga lebten von 1960-1966 auf Kreta und lernten dort die schönen und die harten Seiten der Insel und deren Bewohner kennen. Ein Hammerbuch zu Land und Leuten, auch heute noch. Wer es antiquarisch auftreiben kann, hat ein unbedingtes Schnäppchen gemacht.

Henry Miller: Der Koloß von Maroussi: Eine Reise nach Griechenland

rororo, 1975 und folgende Auflagen

Henry Millers berühmtes Griechenland-Buch entstand 1940, nachdem er im Jahr zuvor fünf Reisemonate in dem mythenträchtigen Land verbracht hatte. Ein faszinierender Erfahrungsbericht, in dem die archaische Landschaft, die Welt der klassischen Mythen von der wilden Phantasie Millers neu belebt und durchtränkt wird. Zugleich liest sich sein Buch als das Dokument eines Reinigungsprozesses, an dessen Ende Miller etwas von der Heimat und dem Frieden erfährt, den zu finden sein ruheloser Geist ausgezogen war. Ein nicht unbeträchtlicher Teil spielt auf Kreta.