Cooperative Melitakes

Premiumlage für engagierte Ziele

Die Basis der Gruppe befindet sich in dem größeren Dorf Pirgos in der östlichen Messara-Ebene, wo Melitakes seit acht Jahren traditionelle Gemüsesorten, Obst, Hülsenfrüchte und Weizen ohne Verwendung von Chemikalien anbaut, die schmackhafte und gesunde Lebensmittel hervorbringen. Zitat dazu: „Wenn wir unsere Produkte den Menschen überreichen, wünschen wir ihnen lieber guten Appetit, und eben nicht nicht viel Glück!“

Vor nicht allzu langer Zeit hat die Gruppe ein paar Hektar mehr in wunderschöner Lage erworben. Von der westlichen Messara aus fährt man in eine sanfte Hügellandschaft, die den Asterousia-Bergen vorgelagert ist. Vorbei an den minoischen Ausgrabungen von Festos erreicht man den beschaulichen Ort Sivas und hält sich weiter in Richtung des kleinen Dörfchens Listaros. Kurz davor, auf der linken Seite, hat man das neue Gelände erreicht.

Hier sollen einerseits Gemüse, Kräuter und Tees angebaut, andererseits Seminare und Workshops abgehalten werden wie man  den Urlaubern wie zeitweiligen Helfern eine Unterkunft bieten möchte. Dafür werden gerade ein halbes Dutzend Holzbauten mit kugelförmigen Dach erbaut (Domes), deren Konstruktion raffiniert angelegt ist. Zum Teil sind diese bereits mit Schutzplanen bezogen. Küche, sanitäre Anlagen und Schlafunterkünfte entstehen so. Auf einem Kiesareal, zum Teil unter Sonnenplanen, rangieren etliche Bänke und Tische für Gespräche, Bildungsarbeit oder ähnliches und natürlich auch die gemeinsamen Mahlzeiten.

Gegenentwurf zu herkömmlichen Methoden

Acht Menschen umfasst der engere Kreis von Melitakes, vier davon sind beinahe ständig anwesend und widmen sich dem weiteren Aufbau und natürlich einer biologisch organischen Landwirtschaft. Auffallend sind hierbei die vielen kleinen Hügelbeete. Dazu kommen in der näheren Region etliche Olivenhaine, denn auch die Ölproduktion soll mit den Lebensunterhalt sichern.

Melitakes ist ein ausdrücklicher Gegenentwurf zur herkömmlichen Landwirtschaft auf der Insel, die zumeist streng nach Markt- und Profitgesetzen ausgerichtet ist. Dies bedeutet natürlich nicht, dass die Mitglieder von Melitakes unabhängig von soliden Einkünften sind, denn schließlich wollen sie von dieser Arbeit leben. Ihnen wichtig sind jedoch Selbstorganisation, Respekt vor der Natur, gesunde und nahrhafte Ernährung und selbstverständlich eine gemeinschaftliche Grundlage von alltäglicher Arbeit und Leben. Ebenfalls viel Wert legt die Gruppe darauf, Kinder für eine natürliche Lebensweise zu sensibilisieren. So organisieren sie zum Beispiel zusammen mit kretischen Schulen praktische Tutorien auf ihren Anbauflächen.

Gemeinschaftlichkeit und Solidarität first!

Das größte Problem auf Kreta ist, so sagt Isidoros Kampolis von Melitakes, dass die meisten Leute sehr egozentrisch denken und handeln. Viele der aktuellen Probleme können aber nur kollektiv mit Erfolg angegangen werden. Dies in konkreten Einzelprojekten, aber eben auch bei der Etablierung von alternativen Lebensstrukturen. Was die Effektivität anderer Anbauweisen gegenüber den gängigen Methoden betrifft, so hat sich Kampolis längst nervenaufreibende Diskussionen darüber erspart. Stattdessen, so meint er mit einem verschmitzten Lächeln, präsentiert er immer mal nach Ernten den Ertrag, der auf vergleichsweise kleiner Fläche erzielt wurde. Nicht selten bewirkt dies stummes und ungläubiges Staunen.

       (Isidoros Kampilos in einem der Domes)

Unterstützung für eine erfolgreiche Zukunft

Natürlich beinhaltet dieser Erfolg auch viel harte alltägliche Arbeit. Manches ist noch in den Anfängen, so auch der Versand von Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchten und Olivenöl, Tees und Kräutern nach außerhalb von Kreta. Hierbei wünschen sich die Mitglieder als vornehmlich eine Direktbestellung, um einen finanziellen Ertragsverlust durch die Händlermargen zu umgehen. Weiterhin setzen sie auf interessierte und solidarische Zeitgenossen, die zum Beispiel einige Stunden vormittags gegen geringes Entgelt oder freiwillig mitarbeiten (eine deftige Mittagskost ist natürlich eingeschlossen), um dann den Rest des Tages Urlaub zu machen. Gerne sind auch internationaler Austausch wie Vernetzung erwünscht. Dies mit privaten Interessenten ebenso wie anderen Kollektiven und Kooperativen. Dies schließt auch eine tiefere Auseinandersetzung mit Permakultur mit ein, die schrittweise auch in der Praxis umgesetzt werden soll.

    

MAZI möchte dabei vermittelnd unterstützen. Wir müssen hier aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir keine Spenden an Kooperativen weiterleiten dürfen, da diese trotz der anderen Organisationsform letztlich profitorientierte Betriebe sind. Gerne stellen wir aber den Kontakt her, fördern Austausch und Kooperation oder organisieren persönliche Besuche vor Ort für Gruppen. In Bezug auf Direktbestellungen werden wir in den kommenden Wochen und Monaten ein Verfahren installieren, welches dann einen gebündelten Transport zum Beispiel hier in unsere Region ermöglicht. Die bestellten Waren können dann direkt von allen Käufern abgeholt werden. Eine Lagerhaltung hier scheitert (zumindest vorerst) noch an den zu hohen Auflagen seitens Ordnungs- und Gesundheitsamt.

    (Das Melitakes-Team)