Infos zur Region (Info about the Region)

Die Messara-Ebene und das Asterousia-Gebirge, welches direkt zur Küste am Libyschen Meer herabfällt, machen jene Region in Südkreta aus, auf die sich die Aktivitäten von MAZI e.V. fokussieren. Die Provinzhauptstadt dort ist Mires.

2011 lebten in der Messara knapp 39.000 Menschen, in den Bergen samt Küste 5.500. Die Population stagniert, während der Altersdurchschnitt zunimmt.

Zur Beschäftigungssituation (jeweils Messara/Asterousia): Landwirtschaft 56%/67%; Industrie und Gewerbe 10%/6%; Dienstleistung 30%/23%. Der Bildungsstand ist in beiden Regionen recht gering, 60 respektive 70 Prozent der Bewohner haben lediglich eine Grundschulausbildung. Die Zahl der Betriebe insgesamt verteilt sich auf 10.500 in der Ebene gegen 1.800 in den Bergen. Seit Anfang der neunzehnhundertneunziger Jahre wächst die Zahl der Immigrantenarbeit (Albaner, Bulgaren, Russen, neuerdings asiatische Arbeitskräfte). Aufgrund der zerklüfteten Topographie am Meer ist die Zunahme von Tourismus als Einnahmequelle recht beschränkt beziehungsweise bereits ausgereizt.

Markttag in Mires

Die Messara gilt neben der Lassithi-Hochebene als die fruchtbarste Region auf Kreta. Der Anbau hat sich seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts recht radikal vom Getreide zur Olivenkultur gewandelt. Für beide Regionen gilt: Gewächshäuser haben zunehmend die Freilandkultur verdrängt. Die Berge sind teils recht karg (vor allem im Sommer), in den Tälern und an geschützten Hängen sind ebenfalls unzählige Olivenhaine zu finden. Als Anbaufläche werden genutzt in der Messara 75 Prozent, im Gebirge 30 Prozent. Beim Weideland sieht das Verhältnis umgekehrt aus: 16 Prozent gegen 60 Prozent (ca. 90.000 Schafe und Ziegen waren es 2000, heute wird die Zahl weitaus höher sein). Auffallend ist, dass bei wachsender Anzahl von Tieren die Zahl der Hirtenbetriebe zurückgeht. Bewaldete Flächen gibt es in beiden Regionen so gut wie kaum (jeweils 2 Prozent).

Messara-Ebene und Asterousia-Berge

Unter Umweltproblematiken leiden beide Regionen gleichermaßen. Bodenerosion und Wassermangel sind zum Teil bereits heute als existentiell bedrohlich zu werten (zur Wasserproblematik siehe gesonderter Menüpunkt). Im Gebirge verzeichnen einige Landstriche bereits Spuren von Desertifikation. Generell ist eine gewisse Gleichgültigkeit zu verzeichnen gegenüber Umweltbelangen. Allerdings gibt es hier und da auch substantielle Ansätze zum Umdenken (siehe dazu die Menüpunkte Projekte).

Innerhalb der Bevölkerung wie auch zwischen Landwirten und Institutionen ist das Verhältnis von wenig gegenseitigem Vertrauen geprägt. Das größte Problem auf Kreta, so ein Bewohner, der in einer landwirtschaftlichen Kooperative arbeitet, sei die Tatsache, dass jeder nur an sich und seinen eigenen Erfolg denke. Gemeinschaftliche Projekte wie auch Graswurzel-Methoden (Bottom-Up) sind entsprechend nur rar zu verzeichnen. Sie verdienen daher umso mehr Unterstützung, nicht zuletzt als Pilotprojekte, die Schule machen könnten.

Die Krise Griechenlands fällt auf der ländlich geprägten Insel nicht derart ins Auge wie in Großstädten wie Athen oder Thessaloniki. Wenn man genauer hinschaut, so entdeckt man zum Beispiel in Mires dennoch eine Menge von geschlossenen Läden und Kleinbetrieben. Durch Selbstversorgung und familiäre Zusammenhänge kann hier und da einiges aufgefangen werden. Letztlich reicht dies jedoch bei weitem nicht, da die Renten stetig gesunken sind, eine Sozial- und Arbeitsunterstützung so gut wie nicht existiert. Dramatisch ist die Lage auch in der Gesundheitsversorgung.

Landwirtschaft in der Kooperative Melitakes