Konzept (Concept)

Hier ein paar grundlegende Gedanken über die Art von Engagement, welche die Satzung und mehr noch die Praxis des Vereins ausmacht/ausmachen soll:

Einblicke statt Vorurteile

Es ist viel geredet worden über die „faulen Griechen“, gerade im Zusammenhang mit den sogenannten Rettungsschirmen für das Land (die ja wohl eher für die heimischen Banken angelegt waren). Viele deutsche Medien haben da durchaus die Stammtische großzügig noch bedient mit ihren eigenen Vorurteilen, die alles andere als kritischer Journalismus waren.

Um es kurz zu machen: Die Griechen arbeiten jede Menge. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit – abzüglich Mittagspausen – lag vor der Krise laut Eurostat bei 44,3 Stunden, in Deutschland waren es 41 Stunden und im EU-Durchschnitt 41,7 Stunden.6 Die französische Bank Natixis kommt für Deutschland auf eine Jahresarbeitszeit von durchschnittlich 1.390 Stunden, in Griechenland sind es 2.119 Stunden. Griechische Arbeitnehmer*innen haben einen durchschnittlichen Urlaubsanspruch von 23 Tagen im Jahr, die deutschen von 30 Tagen. Im Durchschnitt gehen Griechen mit 61,9 Jahren in Rente, Deutsche mit 61,5 Jahren. Die griechische Durchschnitts-Rente lag 2007 bei 617 Euro im Monat (Deutschland: 800-900 Euro)

Aber die griechische Einstellung zur Arbeit ist eine andere als die der Deutschen. Sie wird nicht unbedingt verherrlicht. Sie bleibt eine Notwendigkeit. Wohl dem, der sich ein paar Minuten Freiheit leisten kann. Und auch die Trennung zwischen Arbeit und privatem Bereich ist längst nicht so rigide wie in Deutschland. Das dazu.

Über die Beseitigung dieser Vorurteile hinaus möchte MAZI weitere Einblicke unterstützen. Konkret dazu heißt es in unserer Vereinssatzung:

„Der Verein verfolgt seine Zwecke insbesondere durch die Durchführung von Bildungsveranstaltungen in Deutschland (Vorträge, Lesungen, Workshops) und die Verbreitung von Fakten und Inhalten (Druckschriften, Website) zur grundlegenden Information der Öffentlichkeit insbesondere über griechische Geschichte und Kultur, heutige Lebensformen und Problemfelder in Griechenland unter den Bedingungen von Krise und globaler Wirtschaft sowie innovative und zukunftsfähige Lösungsansätze; die Bildungsveranstaltungen fördern insbesondere den für beide Seiten konstruktiven Vergleich der Sichtweisen und Einstellungen, von Praxis und Erfahrung in Griechenland wie Deutschland.“

Eine wirklichkeitsgetreue Bestandsaufnahme. Die den Zugang zu jenen Menschen dort wahrhafter macht. Weil sie zum Beispiel Geschichte, Kultur und aktuelle Hintergründe des Landes wie der Region vermittelt.

Aktiv werden

Zweck des Vereins ist laut Satzung auch …

„die Schaffung von konkreten Handlungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürgern, denen an Kontakten und Hilfsangeboten für hilfsbedürftige Menschen in Griechenland gelegen ist.“

Konkret soll dies münden zum Beispiel in (ebenfalls Satzungstext) …

„die Durchführung deutsch-griechischer Begegnungsprojekte, z.B. nichttouristische Vorort-Exkursionen in Griechenland mit gezielter Themenstellung, Einladung griechischer Bürger*innen zu bestimmten Themenveranstaltungen in Deutschland, gemeinsame kulturelle Veranstaltungen in Griechenland und Deutschland.“

Begegnung kann beginnen mit von uns vermittelten Kontakten, die zunächst über die modernen Kommunikationswege laufen (Mail, Soziale Netzwerke).

Unser Bestreben ist es auch, zunächst hier in Deutschland Veranstaltungen zu organisieren, die sowohl der Information wie auch der gemeinsamen Unterhaltung dienen. Angesprochen sind dabei auch in Deutschland lebende Griechen (Wuppertal zum Beispiel hat ein eigenes „Klein-Griechenland“ mit vielfältiger Infrastruktur und Alltagskultur). Aber vielleicht gelingt es uns auch, dazu hier und da einige Freundinnen und Freunde aus unserer kretischen Partnerregion dazu einzuladen.

Warum dann nicht mal einen Urlaub verbinden mit einem anderen Kennenlernen der Region und vor allem der Menschen dort? Denkbar sind durchaus auch themenbezogene Reisen, wenn genug Interessent*innen dafür zusammenkommen. Vermittelt durch MAZI und in Zusammenarbeit mit unseren kretischen Freundinnen und Freunden. Um einen Austausch vor Ort und „face to face“, wie es so schön heißt, zu genießen. Denn abseits aller Probleme und Alltagsschwierigkeiten ist die dortige Bevölkerung immer noch von einer fast erschlagenden Offenheit, Gastfreundschaft und Zuwendung. Alles hat seine Zeit.

Gemeinschaftlich ohne Grenzen

Permakultur auf dem Land und auch in Gemeinden, für besseren Ertrag und weitgehendere Selbstversorgung. Täglich stundenweise Mithilfe bei der Olivenernte in alternativen Kooperativen – um den Rest des Tages dann der Urlaubsstimmung zu widmen. Fachliche Unterstützung bei der Nutzung im Kleinen von regenerativen Energien. Anteilnehmende Bildungsarbeit für die Bevölkerung vor Ort Und, und, und … Möglichkeiten der aktiven Kooperation und internationalen Solidarität gibt es viele.

MAZI will diesbezüglich sowohl Einzelpersonen als auch heimische Initiativen, Kollektive, Fachbetriebe und mehr ansprechen. Für gegenseitigen Austausch mit entsprechenden Partnern in der Region und im besten Falle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Dies ist für beide Seiten auf jeden Fall ein Gewinn.

Das Graswurzel-Prinzip: Eigeninitiative, Selbstbestimmung und Selbstorganisation als Elemente einer Bewegung von unten. Dies auch, um weg von einem Europa der Nationen hin zu einem Europa der Regionen zu kommen. Wir werden dazu Vorschläge machen, sind aber umso mehr auch dankbar für Anregungen von außen.

Wie sagte einst Che Guevara: „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.“

Geld ist wichtig, aber nicht alles

Finanzielle Unterstützung und Sachspenden sollen einen Teil der Arbeit von MAZI ausmachen. Wie wir an anderer Stelle erwähnt haben, reicht dies allein nicht, um ein wirklich erfolgreiches Engagement zu zeitigen. Daher sehen wir eine solche Hilfeleistung in konsequenter Verknüpfung mit den vorab angeführten Aktivitäten. Erst durch eine solche Synergie können nachhaltige Resultate erzielt werden.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass jede/r, der/die spendet, gleichzeitig anders aktiv werden sollte. Aber er und sie ist herzlich eingeladen, sich wie auch immer von der Verwendung und vom Erfolg seiner finanziellen oder materiellen Anteilnahme zu überzeugen. Indem wir ihn darüber informieren oder gerne auch vor Ort, als kleiner Abstecher im Urlaub zum Beispiel. Finanzielle Spenden an oder über MAZI sind, auch das ist wichtig, steuerabzugsfähig. Wir stellen dafür entsprechende Quittungen aus. Wenden Sie sich bei Nachfragen bitte an die unter dem Menüpunkt „Kontakt/Impressum“ angeführten Vereinsmitglieder

Nach einem gewissen Schlüssel werden wir die Zuwendungen den unter dem Menüpunkt „Projekte“ aufgeführten gemeinnützigen Vereinen zukommen lassen oder aber individuellen Bedürftigen. Diese haben uns vorab schriftlich zu bestätigen, dass die entsprechenden Unterstützungen komplett und ausschließlich für die gemeinnützigen Zwecke oder ihre persönliche Hilfebedürftigkeit verwenden werden. Dazu sind wir im Übrigen auch dem hiesigen Finanzamt gegenüber verpflichtet. Über jede eingegangene Spende muss auch deren anschließende Verwendung im Sinne unserer Satzung und des uns erteilten Status der Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden.

Eine Anmerkung noch: Die unter den Projekten aufgeführten Kooperativen erhalten von uns direkt keine Mittel, da sie bei aller alternativen Herangehensweise trotzdem profitorientierte Betriebe sind. Wir werden sie jedoch auf andere Weise unterstützen (Austausch, Workshops, Kooperation, Direktverkauf und mehr).

Direktverkauf

Wir sind dabei, Wege zu finden, wie Agrar- und andere Produkte (Handwerk, Kunsthandwerk und mehr) direkt zwischen Hersteller und Kunde gehandelt werden können. Die dabei eingesparte Händlermarge kommt der Absicherung und Erweiterung der jeweiligen Betriebe, Werkstätten oder Ateliers zugute. Zugleich soll damit aber auch Austausch und Wissen umeinander vermittelt, das jeweilige Produkt seiner Anonymität entzogen werden. Man lernt die Menschen dahinter kennen.

Mehr dazu können Sie in Zukunft genau hier erfahren.